Qualitätsmedien stärken die Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation
Desinformation wird zunehmend zur Herausforderung für die öffentliche Kommunikation. Das Jahrbuch Qualität der Medien 2026 zeigt: Wer regelmässig journalistische Qualitätsmedien nutzt, ist deutlich widerstandsfähiger gegenüber falschen und manipulativen Informationen. Für Behörden, Unternehmen und Institutionen sind die Befunde auch kommunikativ relevant.
57 Prozent der Befragten beurteilen Desinformation als grosses oder sehr grosses gesellschaftliches Problem. Mehr als die Hälfte gibt an, im Alltag häufig auf mutmassliche oder eindeutige Desinformation zu stossen. Als wichtigste Verbreitungskanäle werden Social Media, Videoportale, Messenger-Dienste und zunehmend auch KI-Chatbots wahrgenommen. Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Befragung von 1222 Personen in der Deutschschweiz und der Romandie.
Die Informationsquelle macht den Unterschied
Besonders relevant ist ein weiterer Befund: Menschen, die Qualitätsmedien und Angebote des Service Public nutzen, sind weniger anfällig für desinformative Verschwörungsaussagen. Personen, die kaum Nachrichten konsumieren oder ihre Informationen hauptsächlich über Social Media beziehen, zeigen dagegen eine höhere Anfälligkeit. Das fög spricht in diesem Zusammenhang von «News-Deprivation».
Damit unterstreicht das Jahrbuch die Bedeutung eines funktionierenden Mediensystems. Gleichzeitig stellt es neue Anforderungen an die Kommunikation von Organisationen.
Wer in einem fragmentierten und zunehmend von algorithmischen Informationsräumen geprägten Umfeld Vertrauen schaffen will, braucht mehr als Reichweite: verlässliche Fakten, nachvollziehbare Quellen, verständliche Einordnung und eine Kommunikation, die über verschiedene Kanäle hinweg konsistent bleibt.
Für die strategische Kommunikation bedeutet das: Glaubwürdigkeit, Orientierung und die Fähigkeit zur Einordnung werden weiter an Bedeutung gewinnen. Gerade bei komplexen, kontroversen oder emotionalen Themen wird professionelle Kommunikation damit zu einem zentralen Bestandteil organisationaler Resilienz.
Das Jahrbuch Qualität der Medien 2026 wird jährlich vom fög – Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich herausgegeben.
Wir unterstützen Unternehmen, Behörden und Institutionen dabei, komplexe Themen verständlich einzuordnen, Vertrauen aufzubauen und ihre Kommunikation strategisch auszurichten.

